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Gewinner

1. Platz
Baris Öztürk, 21 aus Aachen (Nordrhein-Westfalen)

Die „Briefe an Selma“ von Baris Öztürk handeln vom Umgang mit Diskriminierung und Ausgrenzung. Dabei stellt der Text eindrücklich die Gefühlswelt des Ich-Erzählers heraus: seinen innerlichen Kampf, Diskriminierung als Zuschauer zu erfahren und nicht einzugreifen. Und vor allem wie es ist, selbst Opfer zu sein: „Heute war ich das Opfer und es half keiner. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass jemand aufsteht und mich beschützt. Aber ich war alleine!“


2. Platz
Amelia Umuhire, 16 aus Duisburg (Nordrhein-Westfalen)
Hilke Effinghausen, 18 aus Schwarmstedt (Niedersachsen) 

Amelia Umuhire ist mit ihrem Essay „Amahoro“ eine sehr sensible Annäherung an Selma Meerbaum-Eisingers Gedicht „Tragik“ gelungen. „Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich glaubte diese Worte passten auf mein seichtes Problem, das mir nun wie keins erscheint“, heißt es darin. „Die Verzweiflung hinter dem Gedicht, das Aufgeben des Glaubens an die Gerechtigkeit und das anschließende Kapitulieren vor dem kommenden, unaufhaltbaren Ende“ wird in Umuhires Text spürbar.

In der Kurzgeschichte „Edelweiß und Galgenstrick“ schildert Hilke Effinghausen bildhaft das Schicksal der jungen Lotte, die mit ansehen muss, wie ihre Freunde, jugendliche Edelweißpiraten, hingerichtet werden: „Sie wollte schreien, wollte hinauflaufen auf das Podest, doch sie stand wie gelähmt. Sie sah sich wie in einem engen Raum stehen, aus dem sie nicht ausbrechen konnte.“

 
3. Platz 
Filiz Wetterau, 13 aus Honigsee (Schleswig-Holstein)
Jessica Goos, 15 aus Weinheim (Baden-Württemberg)

„Angst in allen Gliedern - Die Furcht im Gesicht - So stehe ich da - Bewege mich nicht.“ In dem Gedicht „Wie ein Vogel im Käfig“ von Filiz Wetterau beschreibt das lyrische Ich die bedrückende physische und psychische Enge zur NS-Zeit.

Die Kurzgeschichte „Die letzte Zugfahrt“ von Jessica Goos aus Weinheim erzählt von dem Schicksal der Geschwister Rahel und Jakob, die in einem Zug deportiert und im Arbeitslager für immer voneinander getrennt werden. Rahels „letzter Gedanke galt Jacob, ihrem lieben kleinen Bruder, den sie doch immer beschützen wollte.“


Sonderpreis 
Marie Barkowsky, 11 aus Berlin
Caroline Hasselmann, 13 aus Erlangen (Bayern)

step21 hat sich dazu entschieden, zusätzlich zwei Sonderpreise wegen besonderer kreativer Leistung in jugendlichem Alter zu vergeben.

Marie  Barkowsky beschreibt in ihrem Text „Lea“ die Diskriminierung, die eine junge jüdische Schülerin zur NS-Zeit erfahren muss – durch ihre Mitschüler, aber auch durch ihre Lehrerin. Doch der Text erzählt auch von Hoffnung, die Lea noch nicht aufgegeben hat und davon, Hass nicht mit Hass zu bekämpfen: Am Ende ist es Lea, die den Menschen, die sie zuvor demütigten, das Leben rettet. 

In dem Beitrag „Menschen sterben, Worte nicht“ von Caroline Hasselmann schreibt ein 18-jähriger Junge in der Nacht der Novemberpogrome einen Brief an seine Mutter. Der Brief zeugt von Verzweiflung, aber auch von großem Mut: „wir werden stark bleiben“, heißt es darin. Am Ende findet der Junge den Tod – seine Worte und Gedanken aber bleiben in seinem Brief erhalten.

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POEM

Ich möchte leben.
Ich möchte lachen und Lasten heben
und möchte kämpfen und lieben und hassen
und möchte den Himmel mit Händen fassen
und möchte frei sein und atmen und schrein.
Ich will nicht sterben. Nein.
Nein...

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