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[WEISSE FLECKEN] 2005/06

STEP 21 [Weiße Flecken] - Unsere Zeitung füllt journalistische Lücken aus der NS-Zeit

Auch und gerade 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist es wichtig, die Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen wach zu halten und Jugendliche für die Wirkungsmechanismen von Diktatur und Propaganda zu sensibilisieren. Nur so können Vergleiche zur freien Meinungs­äußerung in der Demokratie gezogen und die Bedeutung garantierter Menschenrechte erfahren werden.

Spurensuche – die ‚weißen Flecken’ in der eigenen Stadt entdecken

Im März 2005 startete step21 das journalistische Erinnerungsprojekt STEP 21 [Weiße Flecken]. 15 drei- bis fünfköpfige Jugendredaktionen aus Deutschland und Polen gingen auf Spurensuche nach Ereignissen und persönlichen Schicksalen aus der NS-Zeit, die in der damaligen Presse verschwiegen oder verfälscht dargestellt wurden. Jedes Team erforschte eine Geschichte aus seiner Region, interviewte Zeitzeugen und informierte sich im Archiv: Hat die NS-gelenkte Presse darüber berichtet, und wenn ja, wie? So ermittelten die jungen Journalisten die ‚weißen Flecken’ der damaligen Berichterstattung. Aus ihren Ergebnissen gestalteten die Teams in gemeinsamer Redaktion die erste Zeitung STEP 21 [Weiße Flecken].

Redaktionskonferenz – wenn aus der Recherche die eigene Zeitungsseite wird

Im September 2005 lud step21 jeweils zwei Vertreter der 15 Teams zur Redaktionskonferenz nach Hamburg ein. Gemeinsam mit journalistischen Profis und Historikern brachten die Jugendlichen ihre Artikel hier in druckreife Form, erlernten journalistische Arbeitsmethoden und tauschten sich intensiv über die lokale NS-Geschichte aus. Durch harte Arbeit, aber auch mit viel gemeinsamen Spaß erreichten die jungen Redakteure ihr Ziel: Die Zeitung STEP 21 [Weiße Flecken], die journalistische Lücken aus der NS-Zeit füllt.

Der erste Leser – Bundespräsident Horst Köhler

Am 23. Januar 2006, kurz vor dem Holocaust-Gedenktag, überreichten die 80 Jungjournalisten ihre gemeinsame Zeitung dem step21-Schirmherrn, Bundespräsident Horst Köhler. Bei der feierlichen Abschlussveranstaltung platzte der Saal der Bertelsmann AG in Berlin aus allen Nähten. Neben der Präsentation der Zeitung diskutierten die TeilnehmerInnen über ihre Projekterfahrungen und den heutigen Umgang mit der Geschichte. Beeindruckend waren die Anzahl prominenter Gäste und das Interesse der Medien.

Schnell fanden die 30.000 Exemplare der Zeitung ihre Leser. Bundesweit wurde die Zeitung als Unterrichtsmaterial in Schulen eingesetzt. Die Reaktionen auf das Projekt waren überwältigend; als „eines der originellsten und bes­ten Konzepte der Jugendarbeit im Umgang mit dem Nationalsozial­ismus“ bezeichnete es z.B. Projekt­patin Prof. Dr. Gesine Schwan.

Unterstützer und Förderer

Ermöglicht wurde das Projekt STEP 21 [Weiße Flecken] durch den Fonds „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Darüber hinaus unterstützten Bild hilft e.V., "Ein Herz für Kinder", die ZEIT-Stiftung, das Deutsch-Polnische Jugendwerk und die Jugendpresse Deutschland e. V. das Projekt.

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Weiße Flecken

Wie die dritte Ausgabe der
[Weiße Flecken]-Zeitung und der Unterrichtsbaustein bestellt werden können, erfährt man hier.

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Die Zeitung-3. Ausgabe

3. Ausgabe4953 kb

Die Zeitung-2. Ausgabe

2. Ausgabe5135 kb