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Wie führe ich eine Umfrage durch?

Wie führe ich eine Umfrage durch?

Ihr habt ein wichtiges Anliegen, beispielsweise wollt ihr eine bessere Ausstattung des Com­puter­raums eurer Schule. Euch interessiert, wie die anderen Schülerinnen und Schüler euer Anlie­gen beurteilen? Ihr braucht mehr Ideen, was unternommen werden kann? Dann kann eine Umfrage der richtige Weg für euch sein!

Befragungen spiegeln Stim­mung und Einstellungen zu Themen, Produkten und Gruppie­run­gen wider. Die Ergebnisse einer Befragung beeinflussen Entscheidungen (z.B. darüber, wie ein Produkt aussehen soll) und helfen dabei, Vorschläge und Forderungen zu unterstützen. Zudem ermöglichen es Umfragen, mit anderen ins Gespräch zu kommen, auf Anliegen aufmerksam zu machen und zu informieren. Sie machen euch auch klar, wie viele Seiten ein Problem haben kann und dass es immer mehr als nur eine Sichtweise gibt.

 

1. Themenwahl

  • Eine Befragung setzt voraus, dass ihr selbst gut über den Sachverhalt informiert seid und ihr euch über die Zielsetzung der Befragung im Klaren seid. Beispiel Computer­raum: »Wir wollen erreichen, dass wir in der Schule auch das Internet nutzen können. Wir befragen die Schüler und Lehrer unserer Schule, um herauszufinden, ob das auch von vielen gewünscht wird.“

2. Befragungsart

  • Du hast verschiedene Möglichkeiten, die Meinung der anderen zu erheben: per Fra­ge­bogen oder über ein persönliches Interview. Fragebögen eignen sich besonders, wenn ihr möglichst viele Meinungen einholen wollt. Interviews sind besser geeignet, wenn ihr speziellere Dinge von Menschen in Erfahrung bringen wollt.
  • Wenn ihr eine Umfrage per Fragebogen durchführen wollt, denkt daran, den Frage­bogen nicht zu umfangreich zu gestalten und die Fragen verständlich zu formulieren. Hinweise, wie man einen Fragebogen erstellt, findet ihr in der STEP 21-Box [Zukunft : Identität] oder im Internet.
  • Eine Umfrage per Interview muss gut vorbereitet werden. Je genauer ihr festlegt, was ihr mit der Befragung erreichen wollt, desto befriedigendere Antworten werdet ihr erhalten. Ihr könnt entweder feste Interviewtermine mit den Befragten verabreden oder sie spontan auf der Straße ansprechen, was natürlich schwieriger ist, da viele keine Zeit haben werden.

3. Vorbereitung der Technik

  • Typisch: Kurz vor dem wichtigen Interview arbeitet dein Aufnahmegerät nicht mehr. Wie ärgerlich: Die Akkus sind alle! Egal, ob du mit dem Computer, der Videokamera oder einem anderen Gerät arbeiten willst, der Umgang mit technischen Geräten hat immer seine Tücken. Eine gute Vorbereitung und die Übung machen dir das Leben leichter.
  • Klärt deshalb vorher, ob alle benötigten Geräte und Zubehör wie Akkus vorhanden sind und wer von euch die Technik bedient. Prüft kurz vor eurer Aufnahme noch einmal, ob alles funktioniert.
  • Wenn ihr selbst nicht über die nötige Technik verfügt, könnt ihr euch die Geräte auch an vielen Stellen ausleihen, wie z.B. Jugendzentren, Filmhäusern, offenen Kanälen, Bildstellen, Tonstudios oder Bildungseinrichtungen. Sicher kann euch auch ein Lehrer bei der Suche helfen.

4. Medium

  • Telefon - das kann zwar Zeit sparen, aber es ist auch nicht ganz billig. Außerdem wollen eure Eltern vielleicht nicht, dass der Anschluss blockiert wird. Manche Leute mögen es auch nicht, am Telefon befragt zu werden. Sie vermuten immer, dass man ihnen etwas verkaufen will.
  • Brief - gute Idee, aber es kostet viel Zeit, den Brief zu schreiben und zu verschicken. Kopien und Porto kommen dann noch hinzu. Es ist außerdem schwer festzustellen, wer den Brief bekommen hat und wer nicht. Und es dauert lange, bis ihr Antworten zurück­bekommt - wenn überhaupt.
  • E-Mail - das geht zwar schneller als mit der Post, aber noch längst nicht jeder, den ihr erreichen wollt, hat einen Computer zu Hause. Außerdem müsst ihr dazu die E-Mail-Adressen der einzelnen Personen kennen.
  • Internet - wenn ihr die Möglichkeit habt, eure Umfrage auf eine Homepage zu stellen, ist das nur eine gute Lösung, wenn ihr genau wisst, wer im Allgemeinen auf dieser Seite surft. Da hier ganz viel Zufall im Spiel ist, kann die Zahl der Rückmeldungen sehr niedrig ausfallen.
  • Der beste Weg, die Meinung anderer Leute zu erfahren, ist immer noch, direkt auf sie zuzugehen und sie zu fragen. Wie aber letztendlich eure Umfrage durchführt, ist abhängt von euren technischen und materiellen Voraussetzungen und euren Vorlieben.

5. Befragungsorte

  • Umfragen können an allen möglichen Orten durchgeführt werden, wie zum Beispiel in der Schule, in der Nachbarschaft oder in einem Einkaufszentrum.
  • Schule - ihr solltet euch einen Lehrer suchen, der euch unterstützt. Er kann euch Tipps geben, euch mit Material aushelfen und euch einen Arbeitsraum oder den Schul­kopie­rer zur Verfügung stellen. Vielleicht braucht ihr auch eine Erlaubnis, wenn ihr wegen der Ausarbeitung vom Unterricht befreit werden müsst.
  • Nachbarschaft - auch hier wieder der Tipp, dass ein Erwachsener/ein Elternteil oder mehrere bei euch mitmachen, die euch Arbeiten abnehmen können, oder die zum Beispiel mit euch zusammen zu Behörden gehen.
  • Einkaufszentrum - hier meldet ihr euch am besten beim Manager des Einkaufs­zen­trums an und holt euch eine Erlaubnis, die Umfrage dort durchzuführen.

6. Durchführung

  • Zunächst müsst ihr eure Zielgruppe auswählen. Welche Personen angesprochen wer­den sollen, hängt von der Thematik der Befragung ab. Beispiel Computerraum: Alle Schülerinnen und Schüler eurer Schule bilden die Zielgruppe der Befragung (evtl. auch die Lehrer, die Schulleitung, die Eltern). Wenn ihr nicht jeden befragen könnt, müsst ihr eine Auswahl treffen. Achtet dann darauf, dass die Auswahl z.B. bezüglich Geschlecht und Alter ausgewogen ist! Beispiel: Bittet fünf Mädchen und fünf Jungs aus Klasse 6, fünf Mädchen und fünf Jungs aus Klasse 7 etc., euren Fragebogen zu beantworten.
  • Achte darauf, freundlich auf die Befragten zuzugehen. Ihr müsst ihnen erklären, was das Anliegen eurer Aktion ist, worum es geht. Die Fragen sollten ruhig und deutlich gestellt werden und auf die Antworten neutral reagiert werden.
  • Wie lange eine Umfrage dauert, hängt davon ab, wie viele Mitstreiter ihr findet, die zur selben Zeit Leute befragen. Je mehr desto weniger Zeit braucht ihr.

7. Auswertung der Ergebnisse

  • Es ist ganz wichtig, dass ihr all eure Ergebnisse in einem Chart, einer Liste oder einem Bericht zusammenfasst.
  • Eine gute Auswertung gehört zu jeder Umfrage. Sie bringt alle Informationen in eine anschauliche Form. Bei geschlossenen Fragen ist die Auswertung relativ einfach. Ihr müsst nur die Nennungen der jeweiligen Antworten auszählen, wie in diesem Bei­spiel:
  • BILD!!!
  • Offene Fragen müssen auf ihre Aussagen hin überprüft werden. Beispiel: Was soll deiner Meinung nach im Computerraum verändert werden? Häufige Antworten: Der Computerraum muss besser zugänglich sein (bei 10 von 20 Schülern).
  • Aufgrund der Auswertung können Ergebnisse und Annahmen formuliert werden. Für die Auswertung und Darstellung eignen sich besonders Diagramme (Tortendia­gram­me oder Säulendiagramme in Excel) und selbst gestaltete Schautafeln.

8. Präsentation der Ergebnisse

  • Zum Schluss solltet ihr eure Ergebnisse präsentieren, d.h. einem Publikum vorstellen. Das können eure Mitschüler in der Klasse sein, die Eltern auf einem Elternabend oder ihr holt euch einen Termin bei eurem Schuldirektor und stellt ihm eure Arbeits­resultate vor.
  • Nach der Präsentation sollten Fragen zugelassen, bzw. eine Diskussion angeregt werden. Die Zuhörer können eigene Einschätzungen einbringen, Vergleiche ziehen oder Zweifel, Anregungen und Ergänzungen formulieren. Durch die Veröffentlichung eurer Ergebnisse können andere begeistert werden, bei den nächsten Schritten mitzumachen.
  • Ihr könnt eure Ergebnisse aber auch in eurer Schülerzeitung veröffentlichen oder bei eurem lokalen Anzeigenblättchen abdrucken lassen. Dort ist man immer froh, wenn man Beiträge von den Stadtteilbewohnern bekommt. Diesen letzten Schritt solltet ihr auf keinen Fall weglassen, sonst hättet ihr euch die Arbeit ganz umsonst gemacht.

9. Reflexion

  • Natürlich kann es dir passieren, dass eine Befragung nicht das erhoffte Ergebnis bringt. Denkt noch einmal über euer Vorhaben nach: Wie stimmig sind die Argumente anderer Personen? Müsstet ihr eure Meinung vielleicht ändern oder findet ihr euer Vorhaben nach wie vor so wichtig, dass ihr nun beginnt, öffentlich über die Frage zu diskutieren und andere zu überzeugen? Überprüft euer methodisches Vorgehen. Waren euren Fragen eindeutig? Habt ihr genug Schülerinnen und Schüler befragt? Was müsst ihr beim nächsten Mal ändern?
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